18. Oktober 2025 / Aus aller Welt

«Werden Fabi nicht vergessen» - Gedenken bei Fußballspiel

Nach dem Fund der Leiche des achtjährigen Fabian in der Nähe von Güstrow wird auch am Wochenende weiter ermittelt. Viele Fragen sind noch offen. Zugleich gibt es bewegende Worte und Gesten.

Die Anteilnahme an dem Tod des achtjährigen Fabian ist groß.
Veröffentlicht am 18. Oktober 2025 um 16:03 Uhr

Die Ermittlungen zum Tod von Fabian gehen auch am Wochenende weiter, zudem wurde mit bewegenden Worten und Gesten an den Jungen erinnert. Eine DNA-Analyse der am Dienstag bei Klein Upahl gefundenen Kinderleiche hatte ergeben, dass es sich um den Achtjährigen handelt, der vor gut einer Woche verschwunden war. Laut vorläufigem Obduktionsergebnis ist er Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Am Freitag erinnerten Sportler bei einem Fußballspiel an den getöteten Jungen. Kinder ließen Luftballons steigen, um sich von Fabian zu verabschieden.

Am selben Tag hatte die Polizei erneut in einem Bereich gesucht, in dem die Kinderleiche gefunden worden war. Die Ermittler nahmen abermals einen Tümpel in den Blick. Nach Angaben eines dpa-Fotoreporters pumpten Feuerwehrleute das Wasser teilweise ab.

Erneute Suche am Tümpel

Die Polizei durchsuchte das Gewässer mit einem Gerät, das wie ein Metalldetektor aussah. Es wurde Gebüsch entfernt. Die Suchaktion war am Nachmittag beendet. Zur Frage, ob etwas gefunden wurde, machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben.

Die Ermittler warnten vor öffentlichen Spekulationen etwa in den sozialen Medien. Die Polizei schrieb auf ihrem WhatsApp-Kanal zu Gerüchten und Mutmaßungen: «Wir bitten weiterhin darum, sich nicht an diesen Spekulationen zu beteiligen. Alle offiziellen und verifizierten Erkenntnisse werden durch die Staatsanwaltschaft Rostock oder über unsere Kanäle veröffentlicht.»

Hinweise aus der Bevölkerung werden abgearbeitet

Die Ermittler werden nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch am Wochenende weiterarbeiten. Aus jedem Ermittlungsschritt ergäben sich neue Ansätze, die weiterverfolgt würden. Auch Hinweise aus der Bevölkerung würden abgearbeitet, sobald dafür wieder Luft ist.

Am Freitagnachmittag gedachten Sportler bei einem Fußballspiel der Kreisoberliga Herren Ü 35 des TSV Thürkow gegen den ETSV Güstrow des getöteten Jungen. Die Spieler aus Güstrow spielten mit Trauerflor und zeigten ein eingerahmtes Trikot des achtjährigen Fabian aus Güstrow.

«Fabian war ein ruhiger, schüchterner Junge»

«Fabian war ein ruhiger, schüchterner Junge. So habe ich ihn kennengelernt. Der auf dem Fußballplatz aufgeblüht ist, wenn er den Ball hatte. Ist rumgesprungen und hat sich gefreut. Er war eigentlich unser Verteidiger, weil er ein Verteidigertyp war», sagte der stellvertretende Vorsitzende des ETSV Güstrow, Jan Boralewski. In Erinnerung an ihren Fußballkameraden hatten die Kinder des Vereins Luftballons fliegen lassen.

Die Stimmung im Verein sei «richtig doll gedämpft». Das Spiel in der F-Jugendmannschaft sei auch gleich abgesagt worden. «Irgendwann wird die Normalität wiederkommen. Aber trotzdem werden wir Fabi nicht vergessen», sagte der stellvertretende Vereinsvorsitzende.

Der gewaltsame Tod des kleinen Fabian hat auch die Verantwortlichen und Fans des FC Hansa Rostock bewegt. Vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen Wehen Wiesbaden am Samstag gab es im Ostseestadion eine Schweigeminute für den kleinen Jungen, wie die «Ostsee-Zeitung» berichtete. Auf der Tribüne war ein Plakat zu lesen: «MV trauert - Ruhe in Frieden, kleiner Fabian».

Fabian war vor einer Woche verschwunden

Der achtjährige Fabian war am Freitag vergangener Woche verschwunden. Am Abend des gleichen Tages hatte ihn seine Mutter vermisst gemeldet. Es folgte eine tagelange Suche - auch vom Hubschrauber und von Booten aus sowie mit Hunden.

Zunächst war vermutet worden, der Junge habe am Tag seines Verschwindens zu seinem Vater fahren wollen, der getrennt von der Mutter südlich von Güstrow lebt. Spürhunde hatten Fabians Spur bis zum Güstrower Busbahnhof verfolgen können und nahe dem Wohnort des Vaters wiederaufgenommen, bevor sie sich wieder verlor. Auch Seen wurden abgesucht. So schlugen Leichenspürhunde auf dem Inselsee am Stadtrand von Güstrow an. Taucher fanden dort jedoch nichts.


Bildnachweis: © Stefan Sauer/dpa
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