Glatte Gehwege und Straßen, Eisregen und schlechte Sicht: Im Nordosten Deutschlands sind die Unwetterwarnungen aufgehoben worden – dennoch ist laut Deutschem Wetterdienst (DWD) «markante Glätte» durch gefrierenden Regen möglich. Es komme etwa weiterhin zu Glatteis in weiten Teilen von Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, so der DWD. Am Berliner Flughafen BER konnten wegen Blitzeises erst am Mittag wieder Flugzeuge starten und landen. Obwohl der Betrieb am Flughafen inzwischen wieder läuft, kommt es weiterhin zu mehrstündigen Verspätungen und Ausfällen, wie aus den Fluginformationen auf der Internetseite des BER hervorgeht. Der Flugbetrieb laufe nur schleppend und eingeschränkt, teilte eine Sprecherin mit. «Passagiere brauchen weiterhin viel Geduld. Es kommt immer noch zu Flugstreichungen und massiven Verspätungen.» Aufgrund der Witterung dauerten die Enteisungen der Flugzeuge deutlich länger als sonst üblich, erklärte sie. Dadurch könnten weniger Flugzeuge starten als an einem regulären Tag. Bis zum späten Nachmittag haben nach ihren Angaben die Airlines rund die Hälfte der für heute geplanten rund 500 Starts und Landungen gestrichen. Die Zahl könne sich noch erhöhen. Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen waren seit Donnerstagabend keine Starts und Landungen am BER möglich. Auch am Freitagmorgen blieb der Betrieb zunächst eingestellt. Die Auswirkungen waren auch am Frankfurter Flughafen zu spüren: Eine Maschine mit Ziel Berlin sei nach Frankfurt umgeleitet worden, sagte eine Sprecherin. Demnach seien sechs Flüge aus Frankfurt nach Berlin annulliert worden. Auch andernorts sorgt die Glätte für Einschränkungen: In Neubrandenburg wurde der Stadtbusverkehr vorerst vollständig eingestellt. In Niedersachsen fällt im Landkreis Diepholz wegen eisglatter Straßen erneut der Schulunterricht aus, teils wurde Distanzunterricht angeordnet. Zudem wurde am Morgen wegen mehrerer Glätte-Unfälle ein Abschnitt der A10 am nördlichen Berliner Ring in Fahrtrichtung Hamburg gesperrt. Zwei Menschen wurden schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Autofahrer wurden gebeten, vorsichtig zu fahren. Eine 82-Jährige aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin kam bei einem Unfall ums Leben. Sie kam am Donnerstag mit ihrem Wagen auf der Bundesstraße 5 zwischen Bückwitz und Kampehl bei Neustadt/Dosse in den Gegenverkehr und prallte mit einem Auto zusammen. Nach Angaben der Polizei könnte Glätte auch hier eine Rolle gespielt haben. Durch die glatten Straßen kam es auch in Mecklenburg-Vorpommern zu Unfällen, etwa auf der Autobahn 19: Dort hat es am Morgen gleich zweimal gekracht. Im Landkreis Rostock überschlug sich ein Auto. Einsatzkräfte befreiten den eingeklemmten Menschen aus dem Fahrzeug, wie eine Sprecherin der Polizei mitteilte. Wie es zu dem Unfall kam und wie schwer die Person verletzt wurde, war zunächst unklar. Auf der eisglatten Autobahn 10 bei Potsdam war es schon am Donnerstag zu einer Reihe von Unfällen gekommen. Dabei wurden der Polizei zufolge 19 Menschen verletzt. Drei von ihnen kamen ins Krankenhaus. Es gab auch Behinderungen im Bahnverkehr zwischen Hannover und Berlin. Auf der Ostsee sorgt das Eis weiterhin auch für Probleme für die Schifffahrt. Das Eis wird laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie besonders vor der Ostküste Rügens und vor Usedom vom Wind immer weiter zusammengeschoben. Die Insel Vilm, ein Naturschutzgebiet vor Rügen, ist auch weiterhin nicht erreichbar. Ein Versuch mit einem Eisbrecher auf der unbewohnten Insel nach dem Rechten zu schauen, scheiterte laut Bundesamt für Naturschutz an der zu stark geschlossenen Eisdecke. Nur noch Kühlschrank, nicht mehr Gefrierfach - auf diese Formel bringt der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Vorhersage für das Wochenende. Im äußersten Nordosten sei das Abtauen des Eisfachs aber «eine zähe Angelegenheit», sagte DWD-Meteorologe Oliver Reuter in Offenbach. Was die Menschen dort am Wochenende erwartet: ein Mix aus Schneeregen, Regen und letztem gefrierenden Regen «bei zarten Plusgraden». In der Mitte Deutschlands erwartet der Wetterdienst am Wochenende zwischen vier und sechs Grad. Nach Süden hin können es sogar über zehn Grad werden. «Wo noch Schnee liegt, beginnt dieser doch rasch zu tauen», sagte der Meteorologe. Teils zeigt sich sogar die Sonne. Häufig bleibt es aber nebelig bedeckt oder ganztägig trüb. «Für die neue Woche bestehen noch massive Unsicherheiten in der Prognose», hieß es am Freitag beim DWD. Manche Modelle zeigten eine erneute Luftmassengrenze mit einem warmen Süden und einem kalten Norden. Man müsse also abwarten, «ob Teile von Deutschland nicht doch wieder zum Gefrierschrank werden».Verspätung und viele Ausfälle am BER
Einschränkungen, Unfälle und Schulschließungen im Nordosten
Selbst Eisbrecher kommen nicht durch
Meteorologen rechnen mit Entspannung der Glatteislage
Bildnachweis: © Christoph Soeder/dpa
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Winterwetter führt zu Unfällen und legt Flughafen BER lahm
Der DWD hat die Unwetterwarnung für den Nordosten Deutschlands aufgehoben, verweist aber auf «markante Glätte». Es kommt zu mehreren Unfällen, Blitzeis legt den Berliner Flughafen lahm.
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