Verschlammte Häuser, blockierte Straßen und Stromausfälle - die schweren Unwetter der vergangenen Tage haben in Mittel- und Norditalien eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Allein in der bei Touristen beliebten Region Toskana mit der Hauptstadt Florenz wurden die Schäden laut Medienberichten auf mindestens 100 Millionen Euro geschätzt. Schwer betroffen war auch die nördlich angrenzende Region Emilia-Romagna mit der Hauptstadt Bologna und der Adria-Metropole Ravenna. In Florenz waren am Freitag binnen sechs Stunden 70 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, was dort dem Durchschnitt eines ganzen Monats entspricht. Der Wasserstand des Arno war gefährlich gestiegen, seit Samstag aber wieder gesunken. Flussabwärts in Pisa war die Lage ebenfalls kritisch. In Fauglia bei Pisa mussten Feuerwehrleute zwei Familien mit Schlauchbooten aus ihren vom Wasser eingeschlossenen Häusern retten. Auch im Gebiet der Siave, eines Nebenflusses des Arno, gab es schwere Überschwemmungen. «Die Siave ist über die Ufer getreten, und der Schlamm ist überall eingedrungen. Wir haben in 40 Jahren noch nie so einen Regen gesehen, es schien wie eine Mauer aus Wasser», zitierte die Zeitung «La Repubblica» Bewohner des Ortes San Piero a Sieve nördlich von Florenz. Der Regionalpräsident der Toskana, Eugenio Giani, sagte, dass ein Abflusskanal und Hochwasserrückhaltebecken das Schlimmste in Florenz verhindern konnten. «Wir stehen vor einer sehr ernsten Lage, aber wir können sagen, unser Arno-System hat funktioniert», sagte Giani. Er bat die Regierung in Rom, den nationalen Notstand auszurufen, um schnellere Hilfseinsätze in den betroffenen Gebieten zu ermöglichen. In der Emilia-Romagna war laut Zeitungsberichten die Provinz Ravenna am schwersten betroffen. In den vergangenen Jahren hatte es in der Region schon mehrere Hochwasser gegeben. Der Bürgermeister der Kleinstadt Faenza, Fabrizio Curzio, sagte, es sei zermürbend, ständig mit dieser Gefahr zu leben. «Die Sorge einer Stadt, die ständig in Schach gehalten, von jedem größeren Wetterereignis gefährdet wird, ist unerträglich», sagte er. Der Meteorologe Bernardo Gozzini bezeichnete die Niederschläge als für die Jahreszeit ungewöhnlich. «Ein solches Unwetter ist eher typisch für November, wenn das Meer noch warm ist, und Wasser verdunstet», sagte er «La Repubblica». «Man kann fast sagen, dass es keinen Winter gab. Das Mittelmeer konnte sich nicht abkühlen», fügte er hinzu. Es sei vielleicht etwas gewagt, die Unwetter von heute mit Sicherheit dem Klimawandel zuzuschreiben. Aber 2024 sei das wärmste Jahr aller Zeiten gewesen.Rückhaltebecken verhinderten das Schlimmste
Frühjahrsregen wie sonst im Herbst
Bildnachweis: © Giuseppe Cabras/IPA via ZUMA Press/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
«Wie eine Mauer aus Wasser» - Unwetterschäden in Italien
Land unter in Mittel- und Norditalien - und dies nicht zum ersten Mal. Meteorologen halten die jetzigen Niederschläge aber für ungewöhnlich.
Meistgelesene Artikel
- 17. April 2026
Meckenheimer Blütenfest 2026
Ein vielfältiges Programm voller Aktionen und Attraktionen für die ganze Familie
- 22. April 2026
Hilfskonzept für Wal soll überarbeitet werden – vieles offen
Nach der erneuten Strandung des Buckelwals vor Poel ist das bisherige Rettungskonzept überholt. Wie es weitergeht, bleibt offen.
- 21. April 2026
Kriminalpolizei ermittelt nach Kellerbrand
Hinweise erbeten
Neueste Artikel
Im gesamten Rhein-Sieg-Kreis kommt es im Mai und Juni 2026 aufgrund der Feiertage zu Verschiebungen bei der Müllabfuhr
600 Kilometer in 96 Stunden - das hat Läufer Arda Saatçi zwar nicht geschafft. Im Ziel in Los Angeles ist er nun aber trotzdem angekommen und löste damit auch ein Muttertagsversprechen ein.
Weitere Artikel derselben Kategorie
600 Kilometer in 96 Stunden - das hat Läufer Arda Saatçi zwar nicht geschafft. Im Ziel in Los Angeles ist er nun aber trotzdem angekommen und löste damit auch ein Muttertagsversprechen ein.
Vier deutsche Passagiere der «Hondius» werden nach dem Hantavirus-Ausbruch per Sondertransport nach Frankfurt gebracht. Dort folgt die Weiterreise in die Quarantäne.

