20. März 2025 / Aus aller Welt

Wirtschaftsweise empfiehlt Anwerbung von US-Spitzenforschern

Die Regierung von US-Präsident Trump dreht Forschungsprojekten den Geldhahn zu. Nach Ansicht einer Ökonomin könnte das eine Chance für den Wissenschaftsstandort Deutschland sein.

Trump habe «große Sorge um die wissenschaftliche Freiheit und verlässliche finanzielle Förderung ausgelöst», sagt die Ökonomin Ulrike Malmendier. (Archivbild)
Veröffentlicht am 20. März 2025 um 06:02 Uhr

Angesichts finanzieller Einschnitte bei der Forschung in den USA unter Präsident Donald Trump ruft die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier dazu auf, Spitzenforscher von dort für Deutschland zu gewinnen. Trump habe «große Sorge um die wissenschaftliche Freiheit und verlässliche finanzielle Förderung ausgelöst», sagte die Ökonomieprofessorin an der University of California den Zeitungen der Funke Mediengruppe. «Die Entwicklung in den USA ist eine Riesenchance für Deutschland und Europa. Ich weiß, dass sehr viele Leute darüber nachdenken, wegzugehen.»

Malmendier zog einen Vergleich zu den Zeiten des Nationalsozialismus: «Ich fühle mich an die 1930er Jahre erinnert, in denen Deutschland in wesentlichen Forschungsgebieten führend war. Dann sind viele Wissenschaftler vor den Nazis geflohen. Das war der Anfang vom Aufstieg der USA als Wissenschaftsmacht. Jetzt können wir das umkehren.»

Bei den Forschungsbedingungen hielten deutsche Unis nicht so einfach mit US-Eliteuniversitäten mit, räumte die Professorin ein. «Aber jetzt ist der Moment, um die Verhältnisse grundlegend zu ändern und etwas Großes aufzubauen.» Sehr viele Kollegen in den USA litten unter den Einschnitten bei der finanziellen Unterstützung. 

Malmendier forderte massive Investitionen in den Wissenschaftsstandort Deutschland. «Dort, wo wir schon jetzt stark sind - etwa Künstliche Intelligenz, Biowissenschaften oder Klimatechnik -, könnten Forschungsschwerpunkte entstehen», sagte sie. «Mit so einer Initiative könnte man die Aufmerksamkeit der besten Forscher auf sich ziehen und das Gewicht nach Europa verlagern.» 

Auf die Frage, ob Trump der freien Wissenschaft den Garaus machen wolle, antwortete die Ökonomin: «Das fürchte ich – vor allem, wenn es um Diversität und Gleichstellung geht. Die Auswirkungen auf Wissenschaft und Wirtschaft sind verheerend.»


Bildnachweis: © Kay Nietfeld/dpa
Copyright 2025, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten

Meistgelesene Artikel

Hilfskonzept für Wal soll überarbeitet werden – vieles offen
Aus aller Welt

Nach der erneuten Strandung des Buckelwals vor Poel ist das bisherige Rettungskonzept überholt. Wie es weitergeht, bleibt offen.

weiterlesen...
Polizei ermittelt und sucht Unfallbeteiligte
Mitteilung der Polizei

30-Jähriger von E-Scooter erfasst und verletzt

weiterlesen...

Neueste Artikel

Mobbing, Pornos, Gewaltvideos - Was geht ab im Klassenchat?
Aus aller Welt

Erwachsene sind oft in vielen Chatgruppen, die Nachrichtenflut ist zum Teil kaum zu überschauen. Kindern geht es nicht anders - mit dem Unterschied, dass die Inhalte manchmal nicht nur nerven.

weiterlesen...
Stadt Meckenheim und Westenergie suchen die LokalStars 2026
Mitteilung der Stadt Meckenheim

Jetzt mitmachen: Teilnahmefrist läuft bis zum 31. Mai

weiterlesen...

Weitere Artikel derselben Kategorie

Mobbing, Pornos, Gewaltvideos - Was geht ab im Klassenchat?
Aus aller Welt

Erwachsene sind oft in vielen Chatgruppen, die Nachrichtenflut ist zum Teil kaum zu überschauen. Kindern geht es nicht anders - mit dem Unterschied, dass die Inhalte manchmal nicht nur nerven.

weiterlesen...
Drogenkrieg in Marseille – Prozess gegen Clan-Chef startet
Aus aller Welt

Kugeln in Schulen, Tote auf dem Bürgersteig, Polizei unter Verdacht: Der Prozess gegen «die Katze» zeigt, wie tief der Drogenkrieg in Marseille das Leben der Menschen verändert.

weiterlesen...