27. Februar 2026 / Aus aller Welt

Wo die «Planetenparade» am Samstag am besten zu sehen ist

Derzeit sind am Abendhimmel mit Geduld, Glück und Teleskop ausnahmsweise sechs Planeten und der Mond zu sehen. Doch das Zeitfenster ist klein - und das Wetter muss auch noch mitspielen.

Die Illustration zeigt Planeten und Zwergplaneten unseres Sonnensystems. Sechs Planeten sind am Abend kurz zu sehen - manche nur mit Hilfsmitteln. (Illustration)
Veröffentlicht am 27. Februar 2026 um 04:00 Uhr

Sechs Planeten stehen derzeit ausnahmsweise gleichzeitig am Abendhimmel: Merkur, Venus, Saturn, Neptun, Uranus und Jupiter. Eine solche Konstellation entsteht laut Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg nur alle ein bis zwei Jahre. Normalerweise seien vielleicht zwei, drei Planeten zeitgleich am Himmel zu entdecken. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa schreibt von einer «Planetenparade» am Samstag.

Derzeit gesellt sich laut Liefke auch noch der zunehmende Mond hinzu. Weil die Planeten im Westen dann verhältnismäßig eng beieinander sind, gilt der Samstagabend als guter Zeitpunkt zur Beobachtung. Aber: «Die Ansicht der Planeten gilt ausschließlich für einen kurzen Zeitraum in der Abenddämmerung», berichtet Liefke. «Danach gehen Merkur, Venus, Saturn und Neptun im Westen unter und sind weg.» 

Liefke spricht von einem Zeitfenster zwischen 19.00 Uhr und 19.15 Uhr, um eventuell auch noch Neptun mit dem Teleskop zu entdecken. Nach Merkur und Venus könne man demnach schon ab 18.30 Uhr Ausschau halten.

Der Südosten hat die größten Chancen

Wichtig für die Sicht ist jedoch ein klarer Himmel. Laut Deutschem Wetterdienst stehen die Chancen dafür am frühen Samstagabend vor allem im Südosten gut. «Ich würde mal den äußersten Südosten und den Osten, also den Südosten Bayerns, als auch Ostsachsen, Südostbrandenburg, hervorheben», sagte Meteorologe Thore Hansen. Ansonsten sei es doch eher ein Glücksspiel.

Allerdings dämpft Liefke die Erwartungen. «Es ist ein weit verbreitetes und leider in den (sozialen) Medien immer weiter kolportiertes Missverständnis, dass man die Planeten wie auf einer Perlenschnur aufgereiht sieht», schreibt die stellvertretende Leiterin des Hauses der Astronomie. 

Wo ist was zu sehen?

So befänden sich Merkur, Venus, Saturn und Neptun in der Nähe des Westhorizonts. Jupiter stehe dagegen in einer ganzen anderen Himmelsrichtung (Südost). «Man muss sich umdrehen, um ihn zu sehen, wenn man sich vorher die Planeten im Westen angeschaut hat.» Uranus wiederum befinde sich etwa in der Mitte zwischen Jupiter und den Planeten am Westhorizont hoch im Südsüdwesten.

Und wie kann man die Planeten nun finden? Der Jupiter lässt sich laut Liefke noch recht einfach identifizieren, weil er der erste Planet ist, der am Abendhimmel aufgrund seiner Helligkeit zu sehen ist. Nach einem ähnlich hellen Lichtpunkt müsse man dann im Westen am Horizont suchen: der Venus. In der Nähe der Venus könne man dann mit einem Fernglas nach Merkur und Saturn schauen. Der Uranus befinde sich wiederum hoch im Südsüdwesten. Der Neptun sei eigentlich außen vor, weil er selbst mit einem Teleskop schwer zu finden sei, sagt Liefke.

Der Mars befinde sich zurzeit am Taghimmel in Sonnennähe. Er werde erst ab Mitte des Jahres wieder sichtbar - und zwar am Morgenhimmel.


Bildnachweis: © IAU Martin Kommesser/dpa
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