Die ersten sieben aufgepäppelten, jungen Seehunde dieser Geburtensaison sind von den beiden deutschen Seehundstationen in Norddeich und Friedrichskoog in die Freiheit entlassen worden. Hubi, Steve und Scotty wurden am frühen Abend am Strand an der Ostspitze der ostfriesischen Insel Juist von Mitarbeitern der Norddeicher Seehundstation in Niedersachsen ausgewildert. Kurz zuvor hatte auch die schleswig-holsteinische Seehundstation in Friedrichskoog mit Ariel, Heddies, Hugo und Vicky ihre ersten Tiere im Nationalpark Wattenmeer ausgesetzt. Nachdem die Transportkörbe auf Juist vorsichtig geöffnet und Richtung Wasser gekippt wurden, beschnupperten Hubi, Steve und Scotty zunächst ihre neue Freiheit. Dann robbten sie zielstrebig die wenigen Meter Richtung Meer und tauchten in die Nordseewellen ein. «Eine ganz hervorragend, gelungene Aktion. Die Tiere waren ganz entspannt», sagte Peter Lienau, Leiter der Norddeicher Seehundstation. Erst unmittelbar vor der Auswilderung seien die Jungtiere aus den Aufzuchtbecken genommen worden. Mit einem Boot wurden sie dann in Transportboxen bis nach Juist gebracht. «Nun drücken wir ihnen die Daumen, dass sie ein wunderschönes Leben in freier Wildbahn haben», sagte Lienau. Die Seehundstationen in Norddeich und in Friedrichskoog sind die einzigen berechtigten Aufnahmestellen für die Seehundjungtiere, auch Heuler genannt, in Deutschland. Seehunde sind im Nationalpark Wattenmeer geschützt. Für die Tierpfleger beginnt mit der ersten Fahrt nun die Auswilderungssaison. In der Seehundstation Norddeich haben die Jungtiere in diesem Jahr im Schnitt nach 56 ihr Auswilderungsgewicht von 25 Kilogramm erreicht. Zum Vergleich: Als Seehundjunge Hubi Anfang Juni auf Borkum gefunden wurde, wog er gerade mal 8,2 Kilogramm. Wie die anderen Jungtiere auch, getrennt von der Mutter und unterernährt, hätte er allein keine Überlebenschance gehabt. In der Seehundstation in Friedrichskoog sind zurzeit 185 junge Seehunde untergebracht, in Norddeich wurden bislang 121 Tiere aufgenommen. In Norddeich werden in diesem Jahr damit etwa 30 Prozent weniger verwaiste Jungtiere aufgepäppelt als noch 2024. Die Tierpfleger führen das auf weniger Störungen durch den Menschen in der Hauptgeburtenphase ab Juni zurück. Die Geburtenphase fällt in der Regel in die Tourismushochsaison an der Küste. Seehunde brauchen viel Ruhe bei der Aufzucht ihres Nachwuchses.Warum in Niedersachsen weniger Jungtiere aufgenommen wurden
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Zurück im Meer: Erste aufgepäppelte Seehunde ausgewildert
Ein kurzer Blick zurück, dann robben die ersten Seehundjungen in die Freiheit. Wochenlang wurden die verwaisten Tiere aufgezogen. Nun wartet auf Hubi, Scotty und Co. die Nordsee.
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