9. Juli 2025 / Aus aller Welt

Zweite Hornstoß-Verletzung bei Stierläufen in Pamplona

Das spanische Sanfermín-Fest ist gefährlich - wieder müssen das mehrere Läufer am eigenen Leib erfahren.

Die «Sanfermines» sind dem Stadtheiligen San Fermín gewidmet.
Veröffentlicht am 9. Juli 2025 um 11:07 Uhr

Beim dritten Stierlauf des diesjährigen Sanfermín-Festes in Pamplona im Norden Spaniens ist erneut ein Teilnehmer durch einen Hornstoß verletzt worden. Der Mann sei mit Verletzungen am Bein in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte eine Sprecherin des Roten Kreuzes im Fernsehen mit. Schon am Vortag war ein Läufer von einem der spitzen Hörner unter der Achsel getroffen worden und kam in ein Krankenhaus. 

Am Mittwoch kamen demnach auch drei weitere Läufer mit Verletzungen in ein Krankenhaus. Einer habe eine Prellung und Verrenkung der Schulter erlitten, ein anderer eine Gesichtsprellung und ein dritter ein Schädeltrauma, wie weiter mitgeteilt wurde. Leichtere Verletzungen wurden vor Ort behandelt.

Mann wurde meterweit mitgeschleift - blieb aber unverletzt 

Die langen spitzen Hörner der Stiere können auch tödliche Verletzungen auslösen. Seit 1924 gab es 16 Todesopfer, das letzte 2009. Am Mittwoch hatte ein weiterer Läufer einen Schutzengel. Im Fernsehen war zu sehen, wie sich sein Hemd am Horn eines Stiers verfing. Der Bulle schleifte den Mann mehrere Meter mit, bis das Hemd zerriss. Der Mann blieb wie durch ein Wunder unverletzt.

Beim dritten von insgesamt acht Läufen kam es zu vielen Stürzen. In den engen Gassen laufen derart viele Teilnehmer, dass sie oft nicht ausweichen können, wenn ein Läufer vor ihnen stürzt. Dann fallen viele Teilnehmer übereinander. Die bis zu 600 Kilogramm schweren Bullen versuchen im Galopp zum Glück meist, reflexhaft über am Boden liegende Menschen zu springen. 

Seit Ende des 16. Jahrhunderts

Die «Sanfermines» sind dem Stadtheiligen San Fermín gewidmet und werden in der 200.000-Einwohner-Stadt der Region Navarra bereits seit Ende des 16. Jahrhunderts immer in der ersten Juli-Hälfte gefeiert. Täglich werden am frühen Vormittag sechs Kampfbullen und mehrere zahme Leitochsen durch die engen Gassen der Altstadt für die Stierkämpfe am Abend bis in die Arena gejagt. Dort sterben die Stiere am Abend durch die Hand eines Toreros. Der letzte Lauf findet dieses Jahr - wie immer - am 14. Juli statt. Seit Jahren protestieren Tierschützer gegen das Spektakel. «Stierlauf verursacht Tierleid», betont etwa die Organisation Peta in Deutschland.


Bildnachweis: © Miguel Oses/AP/dpa
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